Mobilität neu entdecken
Aller Anfang ist schwer. Deshalb hilft es, klein anzufangen — auch in Sachen Mobilität: Statt uns gleich auf Anhieb völlig neue Routinen einrichten zu wollen, könnten wir was Neues doch erst mal ausprobieren.
"Die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu lassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert." Das hat uns schon Albert Einstein als Denkanstoß gegeben.
Veränderung kann in ihren Anfängen allerdings auch herausfordernd sein. Die Hirnforschung weiß, dass die Veränderung von (Mobilitäts)gewohnheiten zu den größten und härtesten Nüssen gehört, die es überhaupt zu knacken gibt. Der Neurobiologe Professor Gerhard Roth bringt das so zum Ausdruck: »Die Konfrontation mit neuen und komplizierten Dingen erfordert Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Konzentration — das Gehirn strebt darum danach, alles zu routinisieren.«
Wie wäre es also, nicht die gesamte — und gefühlt unbesiegbare — Gewohnheit in den Blick zu nehmen, sondern mit Lust und Freude einfach mal was Neues auszuprobieren? Völlig unverbindlich und ohne den überfrachtenden Anspruch, damit gleich den ganzen Alltag zu verändern. Hier sind fünf Tipps dazu.
Genuss einplanen
Am besten fangen wir mit einem Weg an, mit dem wir die größte Lust verbinden, ihn mal anders als mit dem Auto zu erleben. Was lässt sich auf diesem Weg entdecken, mit geringerem Tempo und von keinem Blech umgeben, woran wir ansonsten vorbeirauschen würden? Mit dem Fahrrad oder zu Fuß entdecken wir ein verstecktes Café, hören einen klopfenden Specht oder genießen ausgiebig den Anblick einer blühenden Lichtung. So erleben wir den Weg intensiver und entdecken Details, die sonst unbemerkt bleiben.
Entspannung einbauen
Klug ist es auch, nicht diejenige Fahrt auszuwählen, bei der wir den größten Zeitdruck verspüren. Ein Weg zur Arbeit im dichten Morgenverkehr eignet sich nicht so gut für einen Probeweg, der Weg zum Einkaufen oder ins Café oder zum Badestrand schon eher. Wichtig: Unser Probelauf sollte so viel Luft haben, dass er auch schiefgehen darf, ohne unseren Tag nennenswert durcheinanderzubringen.
Einfachste Alternative wählen
Ersetzen wir die Autofahrt lieber durch die einfachste Variante, statt durch eine große Herausforderung. Beispielsweise wäre bei einer bergigen Strecke ohne gute Radwege der ÖPNV dem Fahrrad vorzuziehen. Schließlich wollen wir uns nicht quälen, sondern mit Freude und Genuss unterwegs sein und Neues ausprobieren.
Gemeinsam ausprobieren
Als soziale Wesen verlassen wir Menschen uns immer auch auf das Urteil der Menschen um uns herum. Weshalb neue Möglichkeiten des Unterwegsseins nicht zu zweit oder zu mehreren ausprobieren? Eine Inlinertour mit Freunden macht Spaß und wir entdecken möglicherweise neue Ecken in der Umgebung. Die Karlsruher NaturRADtour ist super ausgeschildert, hat schöne Highlights auf der Strecke. Die Erlebnisse unterwegs bieten gleich spannenden Gesprächsstoff - und gemeinsame Erinnerungen verbinden.
Bilanz ziehen
Erfahrungen prägen unser künftiges Verhalten, egal, ob wir sie uns bewusst machen oder nicht. Damit wir uns ›richtig‹ erinnern, nicht nur oberflächlich, lohnt es sich, zu reflektieren: Was hat der Weg mit der neuen Mobilitätsoption gebracht, wo liegen ihre Vorteile oder Nachteile gegenüber unserer üblichen Gewohnheit? Aber auch: Was kostet uns unsere gewohnte Routine und was dagegen die neue Form der Fortbewegung, die wir gerade ausprobiert haben? Mit in diese Abwägung können Geld, Zeit und "Nerven" fließen.
Loslegen
Ohne erfolgreichen Start kann es keine Veränderungen geben. Gerade bei Themen des Klimaschutzes springen wir gedanklich oft ans Ende der Maßnahmen und lassen uns dann von der Aussicht auf viel Mühe sofort ausbremsen. Es lohnt sich, stattdessen einfach mal anzufangen und auszuprobieren!
Quellen:
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