Klimaallianz Karlsruhe
Die Klimaallianz Karlsruhe ist ein freiwilliges und kostenfreies Netzwerk von Unternehmen, die sich im gegenseitigen Austausch und mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe auf dem Weg zur Klimaneutralität befinden. Jährlich organisiert die Stadt Karlsruhe die Jahreskonferenz, um sich über erfolgreiche Projekte auszutauschen. Die Klimaallianz nutzt das bestehende Know-how in der Stadt, schafft Synergien und profitiert von kurzen Wegen.
Jahreskonferenz
Im Mittelpunkt der 3. Jahreskonferenz der Klimaallianz Karlsruhe im November 2025 standen die Maßnahmen, die die teilnehmenden Unternehmen im vergangenen Jahr umgesetzt haben, die Unterstützungsangebote der Klimaallianz und ihrer Kooperationspartner sowie die Möglichkeiten, wie die Unternehmen gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe die Energiewende gestalten und davon profitieren können.
Unter dem Motto „Gemeinsam stark: Karlsruher Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität“ bot die Konferenz Einblicke in Best-Practice-Projekte, Impulse zur Energiewende und die Unterstützungsangebote von Stadt und Kooperationspartnern. Im Vordergrund standen Austausch, Vernetzung und die Förderung klimaaktiver Unternehmen in Karlsruhe.
Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Klimaallianz.
Good to know: Treibhausgas-Bilanzierung
Das Thema Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) ist ein sehr zentrales bei der Klimaallianz. THG-Emissionen entstehen direkt oder indirekt durch die Produktion von Waren und Gütern oder das Anbieten von Dienstleistungen. Eine Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) verschafft Unternehmen den erforderlichen Überblick, um geeignete Reduktionspotentiale zu identifizieren. Sie finden also heraus, wie sie weniger THG-Emissionen ausstoßen können. Standards und Normen geben Orientierung bei der Erstellung von THG-Bilanzen und ermöglichen die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Unternehmen und Bilanzen.
Wer engagiert sich in der Klimaallianz Karlsruhe und warum?
Dr. Christian Glaser ist Geschäftsführer der Kazenmaier Leasing GmbH und Teilnehmer der ersten Stunde bei der Klimaallianz Karlsruhe. Sein Beitrag bei der zweiten Jahreskonferenz „Wenn Scope 3 Emissionen wesentlich sind“. Nur Eingeweihte erkennen das Wortspiel und den Bezug auf die Wesentlichkeitsanalyse, die klärt, welche Treibhausgas-(THG)-Emissionen eines Unternehmens aus vor- und nachgelagerten Prozessen bevorzugt betrachtet und erhoben werden sollten. Aber genau mit diesen sogenannten Scope 3 Emissionen beschäftigen sich Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Klimaschutzbeauftragte in Unternehmen. „Es ist kaum zu glauben, aber knapp 99 Prozent unserer THG-Emissionen sind Scope 3“, beschreibt Glaser die Situation seines Unternehmens. Es bietet Leasingmodelle für Unternehmen an, vor allem für E-Autos und E-Bikes. Mit einer möglichst umfangreichen Analyse beschert er allerdings nicht nur seinem Unternehmen Vorteile in Sachen ökologischem Fußabdruck. Er kann sich gegenüber seinen Kunden auch als Datenlieferant positionieren.
Mit Klima- und Umweltschutz wirtschaftlich erfolgreich sein, das ist auch das Ziel der Vulcan Energie GmbH & Co KG. Mittels einer innovativen Kombination etablierter Verfahren kann aus heißem Tiefen-Geothermalwasser Lithium extrahiert werden; das Metall, das für die Herstellung von Akkus nicht zuletzt für die E-Mobilität gebraucht wird. Darüber hinaus wird die dem Thermalwasser entnommene Wärme dem Fernwärmenetz zur Verfügung gestellt – aus den Wärmeüberschüssen, beispielsweise in der Sommerzeit, wird Strom erzeugt. Der Kurzvortrag auf der Jahreskonferenz der Klimaallianz von Thorsten Hauck, Regionalmanager für die Südpfalz bei Vulcan heißt daher auch: „Klimaneutrale Wärmeversorgung. Ist möglich. Jetzt.“
Good to know: Scopes
Das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) ist ein weltweit anerkannter Standard zur Erstellung von Treibhausgasbilanzen (THG-Bilanzen) in Unternehmen, der auch zur Zertifizierung von Klimaneutralität verwendet wird. Beim GHG Protocol werden die THG-Emissionen in Emissionskategorien, sogenannte Scopes, eingeteilt.
- Scope 1: Treibhausgasemissionen aus Quellen, die direkt vom Unternehmen verantwortet oder kontrolliert werden.
- Scope 2: Indirekte Treibhausgasemissionen aus eingekaufter Energie, wie Strom, Wasserdampf, Fernwärme oder -kälte, die außerhalb der eigenen Systemgrenzen erzeugt, aber vom Unternehmen verbraucht werden.
- Scope 3: Indirekte Treibhausgasemissionen aus Aktivitäten, die nicht vom Unternehmen kontrolliert werden, die aber durch das Unternehmen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette unmittelbar beeinflusst werden.
Autorin
Unsere Gastautorin Doris Andresen ist Klimaschutzmanagerin Wirtschaft bei der Stadt Karlsruhe. Sie ist Wirtschaftsingenieurin und koordiniert die Klimaallianz Karlsruhe.
Quellen und Weiterführendes
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